Der Lieper Maibaum

Am 30. April um 17 Uhr war es wieder so weit:

einige  Lieper fanden sich zusammen, um den inzwischen 10. Maibaum aufzustellen.

hoch soll der Baum    Das ist nicht so einfach, wenn sich nur wenig zusammen finden, um den Baum aufzustellen. Einer muss darauf achten, dass der Baum richtig ins Loch geht, während die anderen ihn gemeinsam hochhieven. Wenn einer seinen Platz verlässt, ist die gesamte Aktion in Gefahr und damit auch diejenigen, die ihn aufstellen und die, die zum Zugucken drumherum stehen.

 

fast steht er  Aber nun ist der Maibaum, dank eines vorbeijoggenden Liepers, doch noch hochgestemmt worden.

 

wie steht er denn nun gerade?? Nun wird der noch wacklige Maibaum hin und her gedrückt, bis die Umstehenden meinen, dass er gerade steht. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, dass die Stange des Maibaums einen leichten Bogen beschreibt und man deshalb ganz genau schauen muss, um festzustellen,  ob er gerade steht. Das war in diesem Jahr nicht so einfach. 🙂

 

die richtige Grundlage schaffen Dann können die Steine und Holzkeile zum Einsatz gebracht werden, damit der Maibaum einen festen Halt hat und bis zum Ende des Monats trotz stürmischen Windes stehen bleibt. Das überwacht natürlich der „Maurer“, während es der „Handlanger“ ausführt.

 

Stellt den ja gerade auf!!! „Naja, wirklich gerade ist der aber noch nicht!“ Aber wie war das gleich nochmal mit der gebogenen Stange?

 

wenigstens zugucken Und es gibt noch weitere Zuschauer, die zwar nicht zum Dorfanger gekommen sind, aber trotzdem. Das Lieper „Urgestein“ auf der schönen weißen Bank soll hier lediglich beispielhaft abgebildet sein für die, die auch sonst auf ihrem Tritt saßen oder an der Straße standen. Ein herzliches Dankeschön an Euch!!!

 

So, der Baum steht gerade und wackelt auch nicht mehr. Nun muss die Girlande noch rumgewickelt werden. Sie sollte möglichst regelmäßige Umdrehungen aufweisen – aber wie kriegt man das hin, wenn man kein Riese ist und die Leiter auch nicht ausreicht? Da hatte doch einer die Idee, eine Forke oder ähnliches zu benutzen, um die Girlande hoch zu schieben. Eine Harke hat’s dann auch getan, obwohl auch die noch nicht bis oben ran gereicht hat.

 

jetzt noch Birkenzweige zum Maibaum dazu Nun noch Birkenzweige in einer Milchkanne hübsch arrangiert und dann sollte der Maibaum eigentlich fertig sein. Aber es melden sich noch einmal die Zuschauerinnen zu Wort, indem sie bemerken, dass die Milchkanne mit den Birkenzweigen doch auf der anderen Seite des Maibaums viel besser aufgehoben sei. Dort ist nämlich das Ende der Girlande derart zu sehen, dass dort eine kahle Stelle entstanden ist – die könnte man doch mit der Milchkanne zudecken.

 

er steht Also kommt die Milchkanne an die dorfabwärts gerichtete Seite des Maibaums. Alle Autofahrer, die während des Aufstellens vorbeifahren, freuen sich mit uns. Sie grüßen, winken, lächeln – eine schöne Belohnung.

 

das obligatorische Gruppenfoto Das sind sie nun alle, die in diesem Jahr geholfen haben den Maibaum aufzustellen. Allerdings fehlt der Jogger. Aber Bent hat sich stellvertretend für ihn mit auf’s Foto gestellt. Er kam erst von der Arbeit, als der Baum schon stand – dafür aber pünktlich zum Anstoßen und Schmalzstullen essen. 🙂 Ein Baum muss schließlich begossen werden, nicht wahr? Und so gab es denn auch wieder eine ordentliche Maibowle.

 

Maibaum 2012 Das ist der Lieper Maibaum von 2012 in seiner ganzen Pracht und Schönheit. An dieser Stelle sollen natürlich auch die „fleißigen Lieschen“ erwähnt werden, die beim Girlande und Ringe wickeln geholfen haben: Danke an Frau Schmiedek, Frau Huxdorf und Frau Maschmann – das Wickeln mit Euch zusammen hat viel Spaß gemacht. Und ich hoffe, Ihr habt die Plinse gut verdaut??? 🙂

 

die "letzten Aufsteller" Und nun sind Schmalzstullen und Maibowle alle – wir können nach Hause gehen.

Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün. …

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  • Kommentare (4)
    • hans7777
    • 6. Mai 2012

    ich wäre ja nicht ich wenn ich nicht was zu nörgel hät, also ich habe mal wikipedia bemüht und wollte mal wissen wat dat mit dem baum ohne wurtzel auf sich hat und hier nun meine ergebnise:

    Die Ursprünge des Maibaumbrauchtums sind immer noch ungeklärt bzw. umstritten. Ebenso verehrten die Germanen Waldgottheiten, denen sie in verschiedenen Baumriten huldigten. Sogar Menhire, Obelisken bis hin zum schamanischen Symbolen im eurasischen und amerikanischen [2] Raum werden als Kultpfähle im Zusammenhang mit Maibäumen betrachtet. [3] [4]

    Eine durchgängige Tradition zu den heutigen Maibäumen lässt sich jedoch nicht herstellen, wird von einigen Volkskundlern sogar bestritten. In diesem Zusammenhang sollten jedoch Einflüsse der Christianisierung betrachtet werden, die heidnische Sitten unterdrückte und oftmals sogar bestrafte, [5] dem schloss sich mancherorts auch die weltliche Obrigkeit an. Hierauf könnte auch eine wahrscheinliche weitere Unterbrechung der wieder aufgekommenden Tradition im frühen Mittelalter zurückzuführen sein. Eine untergegangene Maibaumtradition in Rom dokumentiert ein Gemälde von Agostino Buonamici, gen. il Tassi, (1580 – 1644) aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es zeigt einen stattlichen Maibaum auf dem Kapitolsplatz, an dessen blankem Stamm junge Männer hochklettern.[6] Interessant ist, dass der Maibaum in einigen Gegenden auch Marienbaum genannt wird, denn bei den Germanen stand der Kultbaum in enger Verbindung mit der Erdmutter.

    Laut einem Bericht aus der Eifel trat an manchen Orten im 13. Jahrhundert an Stelle des Maibaums ein „christlicher“ Pfingstbaum [7]. Auch in Thüringen wird an vielen Orten ein „Maien“ an Pfingsten gesetzt[8].

    Erst im Jahr 1224 wird in Aachen lt. einem Bericht des Caesarius von Heisterbach erstmals wieder ein Maibaumaufstellen dokumentiert. Dem folgt ein Bericht über eine seit 1520 in Franken und Schwaben gepflegte Sitte des Maibaumaufstellens auf dem Dorfplatz. Aus dem Jahr 1531 stammt eine Rechnung für einen Maibaum in Bayern, 1550 folgt die erste Abbildung eines Maibaumes., Brauchtum [9]

    In Österreich wird er 1466 erstmals erwähnt – im 17. Jahrhundert jedoch zeitweise verboten. [10]

    In seiner heutigen hohen Form mit belassener grüner Spitze und Kranz geschmückt ist der Maibaum seit dem 16. Jahrhundert bekannt, allerdings auch in anderen Funktionen: als Kirchweihbaum, als Ehrenmaibaum für Individuen oder als mit Preisen behängte Kletterstange. Seit dem 19. Jahrhundert kam er (vor allem in Bayern) auch als Ortsmaibaum für die nun selbstständigen Gemeinden (als Symbol ihres Selbstbewusstseins) auf. Rund um den Maibaum hat sich im Laufe der Zeit allerdings sehr viel lokales Brauchtum entwickelt, das sich vielfach sogar von Dorf zu Dorf erheblich unterscheidet.

    In der Romantik (19. Jahrhundert) wurde der Maibaum oft als kultischer „Riesen-Phallus“ gedeutet, der als Fruchtbarkeitssymbol für reiche Ernten sorgen sollte. Heute spricht kaum ein Volkskundler mehr von diesen „Ursprüngen“, die sich so nicht nachweisen lassen.

    Unklar ist auch, ob der Maibaum in seiner heutigen Form zuerst in Städten auftauchte oder auf dem Land. Ziemlich unbestritten ist, dass es sich nicht um einen agrarischen Bauernkult handelte, sondern eher um allgemeines Volks-Brauchtum. Wenn er in Städten auftauchte, bestand eher die Chance, dass dies schriftlich dokumentiert wurde – auf dem Land hingegen wurde dieses Brauchtum meist von relativ lose gebundenen Junggesellengruppen (Geloog, Reih, Burschenschaft, Junggesellenverein) erhalten, die in früheren Jahrhunderten oftmals weniger gebildet waren und über die entsprechend weniger berichtet wurde.

    Dem Maibaum verwandt ist der Mittsommerbaum in Schweden.

    • hans7777
    • 3. Mai 2012

    ach liepe lebt,

    schön was ihr da so macht:

    bäume ohne wurtzel in die erde stäcken

    am 30.04.2012 maibowle trinken

    und schmaltzstullen essen wo man garnicht genau weis wer auf dem letzten blid mehr griemt.

    und das ist Brauchtum?

    hans imglück

    • Ja, das ist Tradition. Gut, was? Wo waren Sie überhaupt zu diesem Anlass, he???

        • hans7777
        • 4. Mai 2012

        termine termine,

        ich sage werder, obstsaft und spagel.
        da kann eine schmaltzstulle nicht mit halten!
        schön gruß an alle lieperinnen une lieperrer und den frosch auf der leiter vom bild 7.

        hans imglück

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